Nachdem wir uns am Dienstag bei "Leap of Trust" und "Kistenstapeln" verlustiert hatten, mussten wir uns am Mittwochabend einer kleinen Abschlussprüfung stellen, durch die ich - leider - durchfiel. Am Anfang war ich sehr zuversichtlich, machte jedoch schnell einige Fehler, die sich dann in Unsicherheiten verwandelten und somit eine Art Teufelskreis bildeten. Nunja, Schwamm drüber, es sind ja immerhin vier von acht Prüflingen durchgekommen. Da drängt sich allem Wohlwollen zum Trotz doch ein wenig der Verdacht auf, das Vertex - die ja nun im Juni für zweite Versuche wieder anreisen müssen - etwas Extrageld absahnen möchte...
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Nordirland, welches aus sechs der neun Grafschaften der Provinz Ulster besteht, gehört als einziger Teil der irischen Insel zum Vereinigten Königreich. Im Zuge der Neubesiedlung durch die britische Krone im 16. Jahrhundert hielt eine neue Bevölkerungsgruppe, die zudem eine andere Glaubensrichtung vertrat, Einzug auf der irischen Insel. Dies gilt heute gemeinhin als Ursprung jenes Konfliktes, welcher von den Iren oft salopp als "The Troubles" bezeichnet wird und das Land bis zur Jahrtausendwende erschütterte. Auch wenn die paramilitärischen Körperschaften beider Seiten offiziell die Waffen niedergelgt haben, so existieren auch heute noch Hass und Misstrauen zwischen jenen Bevölkerungsgruppen, was sich auf nahezu alle Lebensbereiche auswirken kann.
Kinder beiderlei Lager haben im Greenhill YMCA in Newcastle daher die Möglichkeit, fernab der Troubles, die Natur und einander besser kennen zu lernen. Sie dabei anzuleiten und zu unterstützen, wird während der nächsten 13 Monate zu meinen Aufgaben gehören.
Samstag, 30. April 2011
Familienbesuch und Training
Seit dem Ostermontag habe ich zum zweiten Mal Besuch von meiner Familie bekommen. Leider habe ich diesmal - anders als im Oktober - weit weniger Zeit größere Ausflüge mit Bruder, Mutter und Vater zu machen. Der Grund dafür war unter anderem ein intensives zweitägiges Training mit einem eigens eingeflogenen Spezialisten am neu errichteten Kletterturm. Besagter Spezialist, den die Firma Vertex entsandt hatte, hört auf den Namen Eddy und hatte einen gar grausigen Midwestakzent, welcher das eigendlich recht spaßige Training zu einer Pein werden ließ. Besagter Akzent äußerte sich zum Beispiel darin, das nach schätzungsweise jedem dritten Wort die Phrase "Say What?", deren Sinn sich mir ob der mannigfaltigen Verwendung noch nicht so ganz erschlossen hat, zu vernehmen war.
Nachdem wir uns am Dienstag bei "Leap of Trust" und "Kistenstapeln" verlustiert hatten, mussten wir uns am Mittwochabend einer kleinen Abschlussprüfung stellen, durch die ich - leider - durchfiel. Am Anfang war ich sehr zuversichtlich, machte jedoch schnell einige Fehler, die sich dann in Unsicherheiten verwandelten und somit eine Art Teufelskreis bildeten. Nunja, Schwamm drüber, es sind ja immerhin vier von acht Prüflingen durchgekommen. Da drängt sich allem Wohlwollen zum Trotz doch ein wenig der Verdacht auf, das Vertex - die ja nun im Juni für zweite Versuche wieder anreisen müssen - etwas Extrageld absahnen möchte...
Trotz dieser zwei mehr oder weniger verschenkten Tage, haben die Familie und ich dennoch bereits einen schönen Ausflug zu den Glens of Antrim gemacht sowie einige nette Abende verbracht. Gestern dann habe ich mit meinem werten kleinen Bruder ein kleines "Abenteuer" erlebt, welches von langer Hand geplant war: Wir haben nach einer gemeinsamen Trekkingtour mit den Eltern, einen anderen Abstieg genommen und die Nacht im Zelt in den Bergen verbracht. Trotz des engen Raumes und einer recht kurzen Nacht, war das eine schöne Erfahrung - für beide von uns, denke ich.
Nachdem wir uns am Dienstag bei "Leap of Trust" und "Kistenstapeln" verlustiert hatten, mussten wir uns am Mittwochabend einer kleinen Abschlussprüfung stellen, durch die ich - leider - durchfiel. Am Anfang war ich sehr zuversichtlich, machte jedoch schnell einige Fehler, die sich dann in Unsicherheiten verwandelten und somit eine Art Teufelskreis bildeten. Nunja, Schwamm drüber, es sind ja immerhin vier von acht Prüflingen durchgekommen. Da drängt sich allem Wohlwollen zum Trotz doch ein wenig der Verdacht auf, das Vertex - die ja nun im Juni für zweite Versuche wieder anreisen müssen - etwas Extrageld absahnen möchte...
Montag, 25. April 2011
(t)i(e)rische Ostern
In diesem Jahr habe ich das Osterfest - ich glaube erst zum zweiten Mal in meinem Leben - fernab von der Heimat und den damit verbundenen Bräuchen verbracht. Besonders einen davon wollte ich jedoch nicht missen; das jährliche Ostersingen zum Sonnenaufgang am Müggelsee. In Ermangelung eines Müggelsees, wie auch Liedguts schien das ganze jedoch zuerst im Sande zu verlaufen, bis ich mir dann ein Herz fasste und (recht kruzfristig) verscheidene E-Mails verschickte. Die Resonanz war überwältigend. So stieg ich dann mit vier Mitfreiwilligen - Kate, Melissa, ihre Cousine Eva und Tobi - am Samstagabend auf den Bergsattel vor dem Slieve Donard, wo wir die Nacht verbringen wollten, um am nächsten Morgen im ersten Licht des Tages die Spitze zu erklimmen.
Bevor wir uns nach unserem Aufstieg in unsere Zelt knüllten, verspeisten wir noch mitgebrachte Vorräte. Ich hatte Bouletten gemacht und Tobi einen leckeren Humus, den wir auf selbst gebackene Brötchen geschmiert verspeisten. Dies sorgte jedoch für eine Begegnung der dritten Art - zumindest dachten wir soetwas in der Art als wir mit unseren Kopflampen nichts ahnend in die Dunkelheit leuchteten und ein paar Augen zurückleuchtete. Meister Reinecke, den man ob, der kargen Landschaft überall aber nicht dort oben vermutet hätte, und der sich, im Normalfall von zurückgelassenen Essensresten ernährte, wollte sich anscheinend ebenfalls ein österliches Festmahl gönnen. Leider konnten wir uns damit nicht einverstanden erklären und sahen uns nach einigen Aufdringlichkeiten seinerseits dazu gezwungen, ihn durch Schreien und Steinewerfen in die Flucht zu schlagen. An dieser Stelle muss noch vermerkt werden, dass wir natürlich keine Steine AUF den Fuchs warfen, sondern viel mehr an ihm vorbei zielten, um ihn in die Flucht zu schlagen, nicht aber zu verletzen. So konnten wir uns dann gegen Mitternacht auf eine mehr oder weniger geruhsame jedoch fuchsfreie Nacht einstellen.
Am nächsten Morgen um 5:20 klingelte dann der mitgenommene Wecker und wir machten uns verschlafen an den letzten Rest des Aufstiegs. Oben angelangt wurden wir mit einem wundervoll klaren Morgen und einem Sonnenaufgang belohnt, der mit Worten kaum zu beschreiben ist. Außerdem wartete Kate mit einer Überraschung auf, die keiner erwartet hatte. Freunde, ich Scherze nicht: sie IST der Osterhase!
Das Liedersingen gestaltete sich zwar weniger stimmgewaltig als gewohnt, was dem ganzen jedoch keinesfalls einen Abbruch tat. Nachdem wird dann - einige auf englisch, andere auf deutsch - am Ende noch ein gemeinsames Vaterunser gesprochen hatten, verabschiedeten wir uns von den Schafen, die unser Gesang herbeigelockt haben musste und machten uns an den Abstieg.
Der Rest des Tages verlief dann wie ein Ostertag ablaufen sollte; bei größtenteils sonnigem Wetter machten wir zunächst ein Nickerchen auf der Wiese, suchten Ostereier und schauten zu guter Letzt das Unionspiel im Livestream. Meine Gäste kehrten dann gegen Abend nach Belfast zurück und mit ihrer Abreise überfiel mich die Müdigkeit.
Jetzt sitze ich gerade im Staffroom und harre der Ankunft meiner Familie. Ich habe so ein Gefühl als wäre das Eiersuchen für dieses Jahr noch nicht abgehakt...
Der Herr ist auferstanden! Frohe Ostern!
Bevor wir uns nach unserem Aufstieg in unsere Zelt knüllten, verspeisten wir noch mitgebrachte Vorräte. Ich hatte Bouletten gemacht und Tobi einen leckeren Humus, den wir auf selbst gebackene Brötchen geschmiert verspeisten. Dies sorgte jedoch für eine Begegnung der dritten Art - zumindest dachten wir soetwas in der Art als wir mit unseren Kopflampen nichts ahnend in die Dunkelheit leuchteten und ein paar Augen zurückleuchtete. Meister Reinecke, den man ob, der kargen Landschaft überall aber nicht dort oben vermutet hätte, und der sich, im Normalfall von zurückgelassenen Essensresten ernährte, wollte sich anscheinend ebenfalls ein österliches Festmahl gönnen. Leider konnten wir uns damit nicht einverstanden erklären und sahen uns nach einigen Aufdringlichkeiten seinerseits dazu gezwungen, ihn durch Schreien und Steinewerfen in die Flucht zu schlagen. An dieser Stelle muss noch vermerkt werden, dass wir natürlich keine Steine AUF den Fuchs warfen, sondern viel mehr an ihm vorbei zielten, um ihn in die Flucht zu schlagen, nicht aber zu verletzen. So konnten wir uns dann gegen Mitternacht auf eine mehr oder weniger geruhsame jedoch fuchsfreie Nacht einstellen.
Das Liedersingen gestaltete sich zwar weniger stimmgewaltig als gewohnt, was dem ganzen jedoch keinesfalls einen Abbruch tat. Nachdem wird dann - einige auf englisch, andere auf deutsch - am Ende noch ein gemeinsames Vaterunser gesprochen hatten, verabschiedeten wir uns von den Schafen, die unser Gesang herbeigelockt haben musste und machten uns an den Abstieg.
Der Rest des Tages verlief dann wie ein Ostertag ablaufen sollte; bei größtenteils sonnigem Wetter machten wir zunächst ein Nickerchen auf der Wiese, suchten Ostereier und schauten zu guter Letzt das Unionspiel im Livestream. Meine Gäste kehrten dann gegen Abend nach Belfast zurück und mit ihrer Abreise überfiel mich die Müdigkeit.
Jetzt sitze ich gerade im Staffroom und harre der Ankunft meiner Familie. Ich habe so ein Gefühl als wäre das Eiersuchen für dieses Jahr noch nicht abgehakt...
Der Herr ist auferstanden! Frohe Ostern!
Donnerstag, 14. April 2011
Zustandsbeschreibung 11.-14.4.2011
Am Dienstag diese Woche habe ich meinen bisher wohl anstregendsten Tag hier verbracht. Er begann um neun Uhr morgens mit dem täglichen "morningmeeting" wo man uns erzählte, dass wir trotz nachmittäglicher und abendlicher Sessions jetzt Training am High Level Ropes Course hätten. Allem anfänglichen Murren zum Trotz kann man behaupten, dass wir beim nachfolgenden Rettungstraining dennoch recht viel Spass in der Vormittagssonne hatten. Das gute Wetter verfolgte uns jetzt beinahe eine ganze Woche lang und lud sogar schon zum tragen kurzer Hosen und am Strand liegen ein - das jedoch nur nebenbei. Nach einer Mittagspause ging es dann um zwei Uhr weiter mit einer Low Level Ropes Course und Aerial Runway Session, beides zum Glück mit einer sehr pflegeleichten und sympatischen Gruppe junger Belfaster/innen. Am Abend hatte ich dann das Vergnügen, den Gastgeber für eine fünfzig Kind starke gemischt katholisch-protestantischer Kindergruppe zu sein und gleichzeitig bei der Leitung einer Bogenschieß Session mein zweites Assessment (jene Prüfungen, die zum alleinigen Leiten von Gruppen notwendig sind) zu durchlaufen. Ich habe bestanden, zur Abwechslung mal. Bisher habe ich es ja geschafft, mich mit nur einem einzigen Assessment durchs Greenhillleben zu schmuggeln und dennoch mit den Kindern arbeiten zu dürfen, war doch immer jemand verfügbar mit dem man auf Session geschickt wurde und der das nötige Assessment bereits in der Tasche hatte. Diese Tage sind jetzt vorbei. Da der Sommer vor der Tür steht, werden laut Programm Manager Brendan nun beinahe wöchtenlich solche Prüfungen anstehen. Mir kann das nur Recht sein. Am Dienstagabend fiel ich jedenfalls nach dem obligaotrischen Abend Cider mit Corbin und Kate und einem zu gleichen Teilen erfüllenden wie anstrengenden Abend steingleich ins Bett.
Auch im Augenblick ist eine nicht eben kleine Gruppe Kinder bei uns auf dem Gelände unterwegs, mit denen ich äußerst gut auskomme. Ich habe sogar die Namen der Kinder mit denen ich am heutigen Tag zu tun hatte (20) behalten können, worauf ich sehr stolz bin. Das wird bestimmt wieder so eine Gruppe, wo es einem fast Leid tut, dass sie irgendwann wieder abreisen muss. Aber: Die Chancen stehen hoch, dass ich den einen oder anderen Knirps im anstehenden Summer Camp wiedersehen werde. Juchhei.
Als wohl letzten Eintrag diese Woche betreffend, möchte ich hier noch erwähnt finden, dass ich am Montag den ersten versandfertigen Greenhill-Newsletter seit Äonen gelayoutet, geschrieben und fertiggestellt habe. Da ich bisher keinen Weg gefunden habe hier pdf- Dateien sichtbar zu machen, kann mir, wer diesen zugesandt haben möchte, gerne unter altbekannter E-Mail Adresse eine Nachricht zukommen lassen. Dann darf sich der des Englischen mächtige Teil meiner Leserschaft an Text und Bild erfreuen. Für alle andere gilt leider nur letztlich meine Entschuldigung dafür.
Auch im Augenblick ist eine nicht eben kleine Gruppe Kinder bei uns auf dem Gelände unterwegs, mit denen ich äußerst gut auskomme. Ich habe sogar die Namen der Kinder mit denen ich am heutigen Tag zu tun hatte (20) behalten können, worauf ich sehr stolz bin. Das wird bestimmt wieder so eine Gruppe, wo es einem fast Leid tut, dass sie irgendwann wieder abreisen muss. Aber: Die Chancen stehen hoch, dass ich den einen oder anderen Knirps im anstehenden Summer Camp wiedersehen werde. Juchhei.
Als wohl letzten Eintrag diese Woche betreffend, möchte ich hier noch erwähnt finden, dass ich am Montag den ersten versandfertigen Greenhill-Newsletter seit Äonen gelayoutet, geschrieben und fertiggestellt habe. Da ich bisher keinen Weg gefunden habe hier pdf- Dateien sichtbar zu machen, kann mir, wer diesen zugesandt haben möchte, gerne unter altbekannter E-Mail Adresse eine Nachricht zukommen lassen. Dann darf sich der des Englischen mächtige Teil meiner Leserschaft an Text und Bild erfreuen. Für alle andere gilt leider nur letztlich meine Entschuldigung dafür.
Donnerstag, 7. April 2011
Uffm Bau
Derzeit werden meine Abreitskollegen und ich regelmäßig vom Rattern einer Säge oder ähnlichem geweckt. Die fleißigen Bauarbeiter, welche gerade in beachtlichem Tempo einen neuen Kletterturm errichten, sind meist schon früher als wir auf den Beinen. Ich spreche von einem "beachtlichen Tempo" - das ist jedoch eher relativ zu sehen, sollte besagter Kletterturm doch bereits seit acht Tagen funktionstüchtig sein. Diese Verzögerung ist jedoch am aller wenigsten Schuld der Bauleute.
Der Kletterturm und überhaupt der Fakt, dass Greenhill derzeit ein wenig einer Großbaustelle gleicht ist Bestandteil jener ominösen Veränderungen, die hier derzeit von statten gehen. Eine neue Bogenschuss-Anlage ist bereits weitestgehend fertig, der Kletterturm steht vor seiner Vollendung und wird vermutlich nächste Woche einsatzbereit sein und vom neuen LLRC (Low Level Ropes Course) sieht man zumindest schon die Stützpfeiler. Auch haben wir einiges an neuem Equipment bekommen. Von uns aus kann der Sommer nun kommen - und das tut er auch. In den letzten zwei Wochen war es nun schon einige Male möglich kurze Hosen zu tragen. Überhaupt grünt und blüht es derzeit an allen Ecken und Enden auf, was wirklich schön anzusehen ist. Zwar habe ich derzeit keinen direkten Vergleich, dennoch - berichtigt mich wenn ich falsch liege - bin ich der Meinung, dass solches in Deutschland erst später geschieht.
Sonntag, 27. März 2011
Aim Bisi
Am Dienstag und Mittwoch der letzten Woche waren Michael, Lea und ich mit dem Freelancer Aidan und seiner Freundin Maja an der Nordküste zum Surfen. Die Beiden sind ehemalige Freiwillige und daher bestens mit Greenhill vertraut und so wusste Aidan um die Tatsache, dass wenn man mit den richigen Leuten spricht es nicht weiter schwierig ist, kurzfristig seine freien Tag neu zu arrangieren. Surfen - und dabei meine ich diesmal die Variante ohne Segel - ist eine sehr spaßige Sache, mit dem einzigen Manko, dass das Wasser im Atlantic nicht nur zur aktuellen Jahreszeit *****kalt ist.
Nachdem man jedoch in einen Neoprenanzug geschlüpft ist (keine leichte Sache...) ist es nur noch halb so schlimm - nicht. Wie dem auch sei; der klirrenden Kälte zum Trotz haben wir uns für einige Stunden, größtenteils auf dem Bauch liegend, an den Stränden Portrushs verlustiert. Am Ende gelang es sogar 1-2 mal sich hinzustellen. Aber: Übung macht den Meister!
Die Rechnung für unsere verschobenen freien Tage bekamen wir dann dieses Wochenende. Was ein entspannter Gammeltag am Strand oder auf der Wiese - ja, es ist tatsächlich zwischendurch warm genug dafür gewesen - hätte werden können, wurde zu einem wahren Gewaltakt an Sessions. Die Arbeit mit drei verschiedenen Gruppen, die ich an diesem Wochenende auf dem Hochseilparcours, der Night-Line und bei einigen Spielen betreute, war nichts desto trotz sehr erfüllend. Wie denn auch nicht, wenn man den Großteil seines Tages mit einer Gruppe 16-18 jähriger Hockey- und Hurlingspielerinnen, die noch dazu ausnehmend gutaussehend waren, verbringen darf? Nein, mit allem gebührenden Ernst: Es handelte sich um vielleicht die beste Gruppe, die ich bisher als Group Host betreuen durfte. Für die Jugendmanschaften der Frauenabteilung des New Mossley Hockey Clubs und zwei Hurling (oder Camogie, wie die weibliche Form dieser faszinierenden Sportart auch genannt wird) Teams aus Antrim, war ihr Aufenthalt in Greenhill der Höhepunkt einer gemeinschafltichen Konfliktbewältigungswoche, die zum von der EU geförderten "Peace III" Projekt gehört und unter dem Motto "Yes we can" stattfand. Für all jene die nicht ganz so tief mit der Materie vertraut sind; Hurlin oder Camogie gilt als typisch irischer Sport und ist somit den Katholiken vorbehalten, während Hockey von den Protestanten favorisiert wird, die sich als Nordiren oder gar als Briten verstanden wissen wollen.
Es ist nur natürlich, dass bei fünf Session an einem Wochenende und mit einer solch interessanten/sympatischen Gruppe der Besuch Miriels aus Belfast nahezu unter den Tisch fiel. Mirirel, eine Freundin von Melissa und Clara, war bereits am letzten Wochenende mit Magareta, Kate, Corbin (übrigens schon wieder ein Amerikaner), Anne und mir auf den Comedagh und beinahe auf den Slieve Binnion gestiegen und verbrachte nun ihr zweites Wochenende in Newcastle, weil ihr in Belfast irgendwie die Decke auf den Kopf zu fallen drohte. Jedoch scheint sie sich mit allen anderen Freiwilligen recht gut verstanden und trotz allem ein entspanntes Wochenende verbacht zu haben. Und über den Hochseilparcous haben wir sie auch gescheucht...
Die Rechnung für unsere verschobenen freien Tage bekamen wir dann dieses Wochenende. Was ein entspannter Gammeltag am Strand oder auf der Wiese - ja, es ist tatsächlich zwischendurch warm genug dafür gewesen - hätte werden können, wurde zu einem wahren Gewaltakt an Sessions. Die Arbeit mit drei verschiedenen Gruppen, die ich an diesem Wochenende auf dem Hochseilparcours, der Night-Line und bei einigen Spielen betreute, war nichts desto trotz sehr erfüllend. Wie denn auch nicht, wenn man den Großteil seines Tages mit einer Gruppe 16-18 jähriger Hockey- und Hurlingspielerinnen, die noch dazu ausnehmend gutaussehend waren, verbringen darf? Nein, mit allem gebührenden Ernst: Es handelte sich um vielleicht die beste Gruppe, die ich bisher als Group Host betreuen durfte. Für die Jugendmanschaften der Frauenabteilung des New Mossley Hockey Clubs und zwei Hurling (oder Camogie, wie die weibliche Form dieser faszinierenden Sportart auch genannt wird) Teams aus Antrim, war ihr Aufenthalt in Greenhill der Höhepunkt einer gemeinschafltichen Konfliktbewältigungswoche, die zum von der EU geförderten "Peace III" Projekt gehört und unter dem Motto "Yes we can" stattfand. Für all jene die nicht ganz so tief mit der Materie vertraut sind; Hurlin oder Camogie gilt als typisch irischer Sport und ist somit den Katholiken vorbehalten, während Hockey von den Protestanten favorisiert wird, die sich als Nordiren oder gar als Briten verstanden wissen wollen.
| Anne - Kate - Lucas - Maga - Miriel - Corbin |
Freitag, 18. März 2011
St. Patricks Day und so...
Lang lang ist's her und doch unvergessen: Bevor ich zu einer Beschreibung der St. Patricks Day Feierlichkeiten ansetze, will ich kurz von einem Ausflug an die Nordküste, den Clara, Melissa, Toni und ich vor 12 Tagen verlebten, berichten. Nachdem ein von mir geplanter Camping- oder Fahrradfahrkurzurlaub anlässlich dreier freier Tage am Stück vielerlei Gründe wegen ins Wasser gefallen war, beschlossen wir uns anzusehen was vom Dunluce Castle, in der Nähe von Portrush, übrig geblieben ist. Bei Toni handelt es sich um einen bekannten von Magareta, den wir am Tag zuvor in Belfast kennengelernt hatten und der sich gerade auf einer (Nord)Irlandrundreise befand und witzigerweise dachte, er spräche fast gar nicht sächsisch. Maga hatte leider keine Zeit, da sie arbeiten musste. So machten wir uns denn zu viert, Duck Sauce im Ohr - mehr oder weniger freiwillig - auf den Weg, um uns obiges Schlossruinchen anzuschauen. Dem Fakt zum Trotz, dass es auf Fotos weit imposanter aussieht als es in der Tat ist, haben wir dennoch einen netten Tag verbracht, der durch den Besuch des "Spinnakers", einer zugegebenermaßen recht runtergwirtschafteten Spelunke, gekrönt wurde. Warum sollte eine Spelunke des Tages Krönung sein, fragt ihr euch? Nun, wer schon einmal auf der grünen
Insel war, weiß, dass das Guinness hier am besten schmeckt. (Das ist nicht nur eine Redensart!) Die wenigsten jedoch wissen, dass es auch hier noch signifikante Unterschiede im Geschmack des dunklen Goldes gibt, die sowohl vom Zustand des Zapf-Equipments, als auch von den Fähigkeiten des Zapfenden, als auch von allerlei anderen Faktoren abhängig ist. Im "Spinnaker" habe ich so zum Beispiel, abgesehen vom Storehouse in Dublin, mein bisher bestes Guinness genießen dürfen.
Dublin ist nebenbei bemerkt ein gutes Stichwort, denn dort verbrachte ich - recht kurzentschlossen - den diesjährigen St. Patricks Day.
Nachdem wir (AJ, Adam, Corbin, Jamie und ich) am vorrangegangenen Abend bis in die frühen Morgenstunden einer unserer neuen Lieblingsfreizeitbeschäftigungen, dem Pen-and-Paper-Rollenspiele spielen, gefrönt hatten, stand ich am 16. um 6.00 Uhr auf, um einen Bus nach Dublin zu nehmen. Zugegeben; diese Rollenspielgeschichte ist ziemlich nervig, aber es macht nichts desto Trotz einen Heidenspass, mit einer fiktiven Gruppe von Fantasy-Charakteren monstermeuchelnd durch eine Welt zu ziehen, die zu gleichen Teilen einem alten Warhammer-Buch, wie dem kranken Hirn unseres Stafftrainers Michael Smith entsprungen ist.
Jedenfalls erreichte ich Dublin, wo ich mich mit Melissa, Clara und Marianne traf, um 11 Uhr. Gemeinsam sind wir danach zur großen Parade auf der Connolly Street gegangen. Unglücklicherweise hatten gefühlte drei Milliarden andere Iren/Nordiren die selbe Idee, was die Sichtverhältnisse nicht zwingend verbesserte. Um diesem Faktum Abhilfe zu schaffen, entschieden wir uns, in ein mehrstöckiges Fastfood-Restaurant an der Paradestrecke zu gehen. Theoretisch recht clever, praktisch jedoch ebenfalls nicht einzigartig. Drastischere Maßnahmen mussten ergriffen werden, so verbrachten die Mädels die Parade auf dem Damenklo, welches ein Fenster zur Straße besaß und ich verließ das Lokal und sah mir das Ganze, solange bis ich von einem Garda-Beamten freundlich zum Runterkommen aufgefordert wurde, auf einem entführten Straßenkegel balancierend an. Die Parade war eigendlich sehr schön. Natürlich gab es auch einige darstellerische Griffe ins Klo, ein überdimensionaler Hund oder ein geflügeltes Schwein hingegen - allesammt vom Dubliner Zoo -


waren echte Hingucker. Irischer Tradition folgend verlief der Rest des Tages für die meisten Paradebesucher in einem Rausch von Alkohol.
Die drei Grazien und ich allerdings haben zu Fuß noch ein wenig die überfüllte und lärmende Stadt erkundet und nebenbei einige Caffees aufgesucht und uns anschließen mit einem Bierchen in den St. Stephens Green Park gesetzt. Dort sind auch diese wundervollen Bilder mit der sogar noch wundervolleren Kleeblatt-Brille, die Clara unterwegs fand, entstanden.
Den Abend verbrachten wir dann in einem Pub, der zwar weniger überfüllt als die anderen, aber dennoch voll genug war und dann hieß es für uns zurück nach Hause. Für Marianne, die ja in der Arche Dublin als Freiwillige arbeitet und somit eine ehemalige Kollegin von Maga ist, war der Weg nicht allzu weit, wir anderen jedoch erreichten Belfast, wo ich die Nacht verbrachte, um 1.00Uhr.
Heute morgen dann ging es zurück nach Newcastle, zum zweiten Mal in meinem Leben auf dem Rücken eines Motorrades. Inhaber dieser Höllenmaschine ist der Stafftrainer und ungeachtet meiner Wortwahl am Anfang dieses Satzes macht es einen Heidenspass auf zwei Rädern bei wunderbarstem Sonnenschein durch den Morgen zu brettern. An dieser Stelle sei noch angefügt - besonders für die Angst-Oma - das ich selbstredend einen Helm trug und Michael durchaus ein erfahrener Biker ist. Das war mein St. Patricks Day 2011. Zustand: Glücklich, aber unendlich müde.
| Toni - Clara - Melissa - Lucas (vlnr) |
Dublin ist nebenbei bemerkt ein gutes Stichwort, denn dort verbrachte ich - recht kurzentschlossen - den diesjährigen St. Patricks Day.
Nachdem wir (AJ, Adam, Corbin, Jamie und ich) am vorrangegangenen Abend bis in die frühen Morgenstunden einer unserer neuen Lieblingsfreizeitbeschäftigungen, dem Pen-and-Paper-Rollenspiele spielen, gefrönt hatten, stand ich am 16. um 6.00 Uhr auf, um einen Bus nach Dublin zu nehmen. Zugegeben; diese Rollenspielgeschichte ist ziemlich nervig, aber es macht nichts desto Trotz einen Heidenspass, mit einer fiktiven Gruppe von Fantasy-Charakteren monstermeuchelnd durch eine Welt zu ziehen, die zu gleichen Teilen einem alten Warhammer-Buch, wie dem kranken Hirn unseres Stafftrainers Michael Smith entsprungen ist.
Jedenfalls erreichte ich Dublin, wo ich mich mit Melissa, Clara und Marianne traf, um 11 Uhr. Gemeinsam sind wir danach zur großen Parade auf der Connolly Street gegangen. Unglücklicherweise hatten gefühlte drei Milliarden andere Iren/Nordiren die selbe Idee, was die Sichtverhältnisse nicht zwingend verbesserte. Um diesem Faktum Abhilfe zu schaffen, entschieden wir uns, in ein mehrstöckiges Fastfood-Restaurant an der Paradestrecke zu gehen. Theoretisch recht clever, praktisch jedoch ebenfalls nicht einzigartig. Drastischere Maßnahmen mussten ergriffen werden, so verbrachten die Mädels die Parade auf dem Damenklo, welches ein Fenster zur Straße besaß und ich verließ das Lokal und sah mir das Ganze, solange bis ich von einem Garda-Beamten freundlich zum Runterkommen aufgefordert wurde, auf einem entführten Straßenkegel balancierend an. Die Parade war eigendlich sehr schön. Natürlich gab es auch einige darstellerische Griffe ins Klo, ein überdimensionaler Hund oder ein geflügeltes Schwein hingegen - allesammt vom Dubliner Zoo -
Die drei Grazien und ich allerdings haben zu Fuß noch ein wenig die überfüllte und lärmende Stadt erkundet und nebenbei einige Caffees aufgesucht und uns anschließen mit einem Bierchen in den St. Stephens Green Park gesetzt. Dort sind auch diese wundervollen Bilder mit der sogar noch wundervolleren Kleeblatt-Brille, die Clara unterwegs fand, entstanden.
| Marianne |
| Melissa |
| Clara |
| Lucas |
Dienstag, 1. März 2011
Wie macht der Seehund?
Nachdem die letzte Woche mit vielen Gruppen und ebensovielen Einsätzen meinerseits, sowohl als Group Host, als auch als eine Art Aufpasser für die Newbies während deren ersten Sessions recht arbeitssam war, habe ich einmal mehr mein freies Wochenende in vollen Zügen genossen. Anders als andere Wochenenden begann dieses jedoch erst am Samstagabend mit einem Besuch bei Clara und Melissa. Als ich gestern Abend nach fast 24-Stunden Gemütlichkeit in Belfast im Schweiße meines Angesichts den hiesigen Hügel erklomm, fasste ich den Entschluss, dass damit der Plackerei für diesen Abend noch nicht genug sei und ich, ob des hellen Sternenhimmels, den Weg zum Steinbruch auf mich nehmen würde, um dort Sterne zu gucken und zu fotografieren. Es hat sich gelohnt.
Der heutige Tag dann stand ganz im Zeichen des Seehunds; und das kam so:
Als ich heute nichtsahnend am Murlough Beach entlang joggte und mich gerade an die Durchwatung jenes Flüsschens machte, dass den Dundrumer Bodden mit dem Meer verbindet, dachte ich mich laust der Affe. Dort schwamm irgendetwas im Wasser. Länger als ein Vogel aber zu einem Hund passte der Schwimmstil auch nicht wirklich. Potzblitz; es waren Seehunde oder Robben oder so!
(http://en.wikipedia.org/wiki/Harbor_seal)
Wie auch immer, vermerkt werden kann jedenfalls, dass diese Biester, anders als ihre verrückten, im Zoo beheimateten Artgenossen keineswegs zutraulich sind. Man beäugte mich wachsam und ein recht großes und augenscheinlich altes Exemplar schnaubte mich auch wenig vertrauenerweckend an. Vielleicht eine Art Alphamännchen oder so, falls es das bei Seehunden gibt. Jedenfalls beschloss ich an diese Stelle am Nachmittag mit meiner Kamera und einem Zoom-Objektiv zurückzukehren. Gesagt getan, ich kehrte zurück und schoss über 200 Bilder, an denen ich euch mit diesen beiden Anteil haben lassen möchte. Leider schwamm jedoch bei meiner Rückkehr nur noch ein einziger Seehund, die anderen ließen sich von der heranziehenden Flut beplätschern und lagen nur faul rum. Spielverderber.
Am morgigen Tag bekommen wir abermals Unterstützung von weiteren Freiwilligen, besagtem Kanadier, der Australierin und einer Neuseeländerin, die mit Hamish und Sophie bekannt ist. Das hat zur Folge, dass weitere Hausbewohner in den zweifelhaften Genuss kommen ihr Zimmer teilen zu müssen. Überraschender Weise haben sich dafür aber freiwillige Freiwillige gefunden. Hamish und Michael teilen sich ein Zimmer, wofür ich meinen Respekt aussprechen muss. Ich persönlich fände es nämlich ziemlich ätzend, arbeiten und leben wir doch weitestgehend so oder so schon zusammen, meiner einzigen privaten Rückzugmöglichkeit beraubt zu sein. Nicht ganz so freiwillig (vermutlich) werden sich auch die beiden neu angekommenden Mädels das alte Zimmer Coris und Adams teilen. Die Beiden zogen nämlich heute in eines der leeren Büros im alten Haupthaus, worüber sie recht froh sind, lebt es sich dort doch ein wenig zurückgezogener.
Der heutige Tag dann stand ganz im Zeichen des Seehunds; und das kam so:Als ich heute nichtsahnend am Murlough Beach entlang joggte und mich gerade an die Durchwatung jenes Flüsschens machte, dass den Dundrumer Bodden mit dem Meer verbindet, dachte ich mich laust der Affe. Dort schwamm irgendetwas im Wasser. Länger als ein Vogel aber zu einem Hund passte der Schwimmstil auch nicht wirklich. Potzblitz; es waren Seehunde oder Robben oder so!
(http://en.wikipedia.org/wiki/Harbor_seal)
Wie auch immer, vermerkt werden kann jedenfalls, dass diese Biester, anders als ihre verrückten, im Zoo beheimateten Artgenossen keineswegs zutraulich sind. Man beäugte mich wachsam und ein recht großes und augenscheinlich altes Exemplar schnaubte mich auch wenig vertrauenerweckend an. Vielleicht eine Art Alphamännchen oder so, falls es das bei Seehunden gibt. Jedenfalls beschloss ich an diese Stelle am Nachmittag mit meiner Kamera und einem Zoom-Objektiv zurückzukehren. Gesagt getan, ich kehrte zurück und schoss über 200 Bilder, an denen ich euch mit diesen beiden Anteil haben lassen möchte. Leider schwamm jedoch bei meiner Rückkehr nur noch ein einziger Seehund, die anderen ließen sich von der heranziehenden Flut beplätschern und lagen nur faul rum. Spielverderber.
Am morgigen Tag bekommen wir abermals Unterstützung von weiteren Freiwilligen, besagtem Kanadier, der Australierin und einer Neuseeländerin, die mit Hamish und Sophie bekannt ist. Das hat zur Folge, dass weitere Hausbewohner in den zweifelhaften Genuss kommen ihr Zimmer teilen zu müssen. Überraschender Weise haben sich dafür aber freiwillige Freiwillige gefunden. Hamish und Michael teilen sich ein Zimmer, wofür ich meinen Respekt aussprechen muss. Ich persönlich fände es nämlich ziemlich ätzend, arbeiten und leben wir doch weitestgehend so oder so schon zusammen, meiner einzigen privaten Rückzugmöglichkeit beraubt zu sein. Nicht ganz so freiwillig (vermutlich) werden sich auch die beiden neu angekommenden Mädels das alte Zimmer Coris und Adams teilen. Die Beiden zogen nämlich heute in eines der leeren Büros im alten Haupthaus, worüber sie recht froh sind, lebt es sich dort doch ein wenig zurückgezogener.
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